Welche Einsatzmöglichkeiten haben Wärmepumpen?

Wärmepumpen sind nicht nur im Neubau eine richtige Entscheidung, sondern eignen sich auch hervorragend zum Nachrüsten bei bestehenden Heizsystemen. So stellen sie eine gute Einsatzmöglichkeit dar, nachhaltig sowie kostenschonend zu heizen und das Trinkwasser zu erhitzen. Oft lassen sich Wärmepumpen in bereits bestehende Systeme integrieren und unterstützen entweder weitere Wärmeerzeuger oder dienen als alleinige Heizung. Je nach Bedingungen eignen sich Luft, Erde oder Wasser als Energiequelle.

 

 

Heizung und Kühlung mit der Wärmepumpe

Wärmepumpen eignen sich nicht nur zum Heizen, sondern auch zum Kühlen – ein Vorteil an heißen Sommertagen! Hierzu wird die Fließrichtung des Kältemittelkreislaufes vertauscht, ganz nach dem Kühlschrankprinzip. Anstatt die Energie des Kältemittels an das Haus abzugeben, entzieht das Kältemittel dem Haus Wärme. Diese Wärme aus dem Gebäude wird mittels Kältemittel zum Wärmetauscher geführt. Der Wärmetauscher gibt die Energie an die Umwelt ab.

 

Brauchwasser- und Frischwasserspeicher

Brauchwasser- und Trinkwasserspeicher (Frischwasserspeicher) sind zwei Möglichkeiten zur Speicherung der Energie der Wärmepumpe für Heizungsanlagen.

Der Brauchwasserspeicher ist die herkömmliche Form eines Wasserspeichers. Hier ist der Speicher immer mit Wasser gefüllt, die Erwärmung erfolgt durch zusätzliche Wärmetauscher, Umlenkventile und Pumpen. Auch wird das Trinkwasser dem ruhenden Wasser entnommen. Durch die lange Stagnation des Wassers im Boiler steigt die Gefahr von Legionellen. Wegen der veralteten Bauweise haben Brauchwasserspeicher eine deutlich geringere Effizienz als die aktuellen Frischwasserspeicher.

Der Frischwasserspeicher ist die hochwertigere Variante des Wasserspeichers. Das stehende Wasser im Speicher wird durch die Heißdampfnutzung aus dem Kältemittelkreislauf auf über 60°C erhitzt (Schritt 3 der Grafik). Das Trinkwasser wiederum bewegt sich innerhalb des Wasserspeichers durch eine Rohrwendel nach oben. Es erhitzt sich im oberen Teil dabei auf 60°C (Schritt 4) . Im ruhenden, etwas kälteren Wasser im unteren Teil des Speichers (Schritt 2) zirkuliert das Heizungswasser des Hauses. So wird der Fußboden bei einer Temperatur von 32°C beheizt. Letzlich  zirkuliert das rücklaufende Wasser (28°C) im Wasserspeicher und wird dann wieder bei 32°C der Heizung zugeführt. Das bedeutet stets frisch gezapftes Trinkwasser – das Risiko von Legionellen ist drastisch minimiert. Die Trinkwassererwärmung durch die Heißdampfnutzung durch das Kältemittel ist ein Nebenprodukt der Wärmepumpe. So werden alle Möglichkeiten genutzt, um nachhaltig an Wärme zu gelangen. Weil das Kältemittel direkt im Speicher kondensiert, wird diese Bauart auch Direktkondensationsspeicher genannt.

Eine detaillierte Übersicht über den Aufbau des Frischwasserspeichers erhalten Sie hier.

 

Industrie und Verwaltung

Auch für Industriepartner ist die Wärmepumpe eine attraktive Lösung. Hier wird sie zur Bereitstellung von Heizwärme in Großraum, Industrie- und Verwaltungsgebäuden genutzt. Vor allem wird sie zur Teilklimatisierung (Heizung, Kühlung und Luftaufbeireitung) eingesetzt.

 

Weitere Möglichkeiten: Energieteiche, Schwimmbäder und Smart Home

Ebenfalls können Wärmepumpen Schwimmbecken beheizen und nicht nur Grundwasser kann als Wärmequelle dienen, sondern auch Teiche. Zusätzlich erreicht man mit diesen wegen ihrer geringen Medientemperatur eine besonders Effizienz.
Smart Home ermöglicht die unterschiedliche Erwärmung verschiedener Bereiche mit dem Smartphone, was von unterwegs besonders praktisch ist. Als Alternative kann die Bedienung in einem über eine sogenannte Einzelraumregelungen oder als einfachste Form über Stellventile der Fußbodenheizung eingestellt werden.