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Dakshin-Kali

Last update: 10.07.2011

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Deutsche Zentrale für Globetrotter

Dakshin-Kali liegt ca. 20 Kilometer südlich von Kathmandu und ist für die Hindus eine wichtige Opferstätte, an der zu Ehren der Göttin Kali täglich Hunderte von Tieren geopfert werden. Meist sind es Ziegen, Hühner, Schweine und Enten; nur schwarz müssen sie sein.
In langen Warteschlangen stehen die Hindus mit Ihren Tieren vor dem Tempel, an der Leine oft das Tier und dazu eine Schüssel mit weiteren Opfergaben, wie Reis, Blumenblätter und Kokosnüsse.
Haben die Gläubigen den nach oben hin offenen Tempel erreicht, beginnt das ungewöhnliche Schauspiel. In dem Tempel werden die Tiere vor einem Altar geköpft, mit dem herumspritzenden Blut wird alles besprenkelt und es wird hektisch gebetet. Dann drängeln schon die nächsten hinein und das Treiben beginnt von neuem. Ist auf dem Boden die Pampe aus Reis und Blut zu dick, wird alles mit einem Wasserschlauch abgespritzt und Polizisten versuchen derzeit unter Einsatz von Schlagstöcken die Menge zu beruhigen.
Am Ende des Rituals werden die toten Tiere außerhalb des Tempels zerlegt, um sie im nahegelegenem Wald zu verspeisen. So außergewöhnlich es in Dakshin-Kali für ausländische Besucher auch zugehen mag, der Einblick in die religiösen Riten der Hindus ist hier noch unverschleiert und sehr intensiv.

Verkauf von Lebensmitteln und Opfergaben vor dem Tempel von Dakshin-Kali

Wir erreichten Dakshin-Kali mit dem Taxi und ließen uns samt Gepäck am Rande des Tempelbezirkes absetzen. Auf dem Zugangsweg zum Tempel kamen wir an unzähligen Ständen vorbei, wo alle wichtigen Dinge für die Tempelrituale angeboten wurden. Unter den Nepalis herrschte großer Andrang und schrille Musik aus Lautsprechern verbreitete Volksfeststimmung.
Wir näherten uns dem Tempel, immer in der Erwartung fortgeschickt zu werden; war es doch unklar, wieweit wir berechtigt waren uns dem Geschehen zu nähern. Ein Hindupriester erteilte uns aber seinen Segen und somit waren wir letztendlich willkommen. Von einer Anhöhe aus beobachteten wir das Treiben im Tempelinneren und waren beeindruckt. Fast im Minutentakt wurden hier die Tiere geopfert und unter der gläubigen Menge herrschte ein tumultartiger Zustand. Ein Anblick, welcher gefühlsschwachen Seelen Probleme bereitet hätte.

Opferrituale im Tempel

Eingang zu den Opferstätten

Warteschlange der Hindus

beim Tempelpriester

Wir saßen gerade im Dschungelhotel „Village-Inn“ beim Frühstück, da rückten schwerbewaffnete Armeeeinheiten ein und umstellten weiträumig das ganze Gelände. Wir waren eingeschlossen und hatten nicht die mindeste Ahnung, was hier vor sich ging. So stellten wir uns zu den anderen Nepalesen, während die Soldaten mit ihren schweren MG’s Stellungen bezogen. Doch dann klärte sich die Situation, als ein Autokonvoi vorfuhr und der nepalesische König samt Gefolge zum Tempel spazierte. Nachdem auch der königliche Staatsführer sein Tier geopfert hatte, lösten sich die Menschenmengen wieder auf, die Soldaten rückten ab und das alltägliche Geschehen nahm wieder seinen Lauf.

Einmarsch der nepalesischen Armee

Ankunft des Königs

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